Sörenberg war am Wochenende Treffpunkt
der regionalen Blasmusikszene

Festliches Stelldichein und ein neues Banner

Am Wochenende trafen sich viele Blasmusikfreunde in Sörenberg zum ersten Entlebucher Musiktreffen mit insgesamt neun Formationen. Am Sonntag wurde das von Lisi Zurbuchen-Stadelmann und Sepp Emmenegger-Aregger gespendete Banner und einige neue Instrumente feierlich geweiht. Die beiden Anlässe lockten viel Publikum an, zumal auch Petrus ein Einsehen hatte. Der Festzug und der anschliessende Festakt mit Fahnengruss rundeten den zweitägigen Event feierlich ab.

 


H.W. Sonne und Wolken teilten sich den Himmel am Wochenende, als die Musikgesellschaft Sörenberg zum Fest lud. Lange sah es am Samstagnachmittag nicht sehr günstig für einen Marschmusikwettbewerb aus. Doch kurz vor Beginn besann sich Petrus eines Besseren und stoppte den Regen. Neun Formationen aus dem Amt Entlebuch stellten sich der Jury, bestehend aus Klaus Kleeb, Ruswil, und Michael Zoppas, Wimmis (BE), und dem zahlreich aufmarschierten Publikum. Bis zur mit Spannung erwarteten Rangverkündigung wurden die Festbesucher mit Platzkonzerten und einer grossartigen Tombola unterhalten. Die Fahnenpatin Lisi Zurbuchen-Stadelmann bewies beim Loskauf ein glückliches Händchen, gewann sie doch den ersten Preis – einen schnittigen Motorroller. Den zweiten Preis, eine Jonsered-Motorsäge, holte sich Sonja Röösli aus Finsterwald. Franz Bucher, Flühli, hiess der glückliche Gewinner einer Ferienwoche im Wallis. Im Festzelt bestritten die Formation «Mier isch glich», das Duo «Comeback» sowie die «Lucky Stars» die Unterhaltung. Eindrücklich präsentierte sich die Tambourengruppe Schüpfheim, die das Publikum ebenfalls zu begeistern wusste. Im Biergarten, in der Kaffeestube sowie in der Gondelbar fanden die Festbesucher Lokalitäten vor, die zum Verweilen einluden.

BB Kirchenmusik Flühli zur Siegerin erklärt
Mit Spannung erwartete man allenthalben die Siegerehrung des Marschmusikwettbewerbes. Die Brass Band Kirchenmusik Flühli siegte vor der Harmonie Musik Marbach und der Musikgesellschaft Flühli. Die anderen sechs Formationen wurden nicht mehr rangiert und erhielten alle einen einheitlichen Pokal als Andenken. Dass die Juroren auch noch auf den «zackigsten» Fähnrich ein Auge geworfen hatten, kam erst beim Absenden zu Tage. Toni Felder aus der Musikgesellschaft Flühli demonstrierte sein Können sogleich mit einem eindrücklichen Einmarsch ins Festzelt. Unter dem Motto «Mitmachen kommt vor dem Rang» wollten die Organisatoren den Wettbewerb verstanden wissen. So waren sie schliesslich am Ende alle Sieger und einträchtig wurde die Entlebucher Kameradschaft gepflegt.

Vereinsfahne als Symbol der Treue
Der Sonntagmorgen präsentierte sich geradezu ideal für einen Festgottesdienst. Zu den Klängen der jubilierenden Musikgesellschaft Sörenberg, welche unter der Leitung von Sigi Bieri steht, trug das Fahnenpatenpaar das noch verhüllte Banner zum Altar. Pfarrer Gerald Forster und Pfarrer Toni Schmid zelebrierten einen wunderschönen Festgottesdienst, der dem Anlass vollauf gerecht wurde. Pfarrer Gerald erklärte in seinem Predigtwort: «Harmonie entsteht nur, wenn alle zusammenwirken. Die Vereinsfahne bildet ein verbindendes Zeichen und hat einen tieferen Sinn. Sie ist ein Symbol der Treue in der Gemeinschaft, ein Symbol für Werte und Eigenschaften, die man miteinander vertritt!» Pfarrer Toni Schmid seinerseits erläuterte nach der Weihe die neue Fahne, die in den Farbtönen Grün und Blau, versehen mit einem Instrument in Weiss, gehalten ist. Entworfen wurde das wunderschöne Banner von Heidi Schnider aus Schüpfheim. «Musik ist das beste Mittel, die Seele zu erwecken. Es gibt keinen direkteren Weg zu Gott», meinte Toni Schmid und ergänzte: «Musik und Gesang drücken aus, was nicht gesagt werden kann und was unmöglich ist, zu verschweigen!» Daniel Bieri, Präsident der MG, bedankte sich am Schluss des Gottesdienstes für das wunderbare Geschenk und die feierliche Stunde. Nach dem Apero dislozierte die Festgemeinde zum Bankett ins Zelt, bevor man sich dann zum Festzug aufstellte. Untermalt wurde das Mittagessen von der «Chessiloch-Band» aus Flühli. Der Festzug formierte sich aus den Gastsektionen Schüpfheim und Giswil, der jubilierenden Musikgesellschaft, dem Jodlerklub sowie der Trachtengruppe. Insgesamt neun Delegationen aus Entlebucher Musikvereinen senkten ihre Banner zum Gruss. Die Grüsse des Luzerner Kantonalen Blasmusikverbandes überbrachte das Vorstandsmitglied Röbi Wicki aus Sigigen. Hans Bieri, der durch das sonntägliche Programm führte, übergab anschliessend das Wort an den Gemeindepräsidenten Hans Lipp, der seinerseits die Grussworte der Gemeinde überbrachte. OK-Präsident Edi Wicki schliesslich oblag es, allen Mitwirkenden und Helferinnen und Helfern für das wunderbare Fest zu danken. Die Dorfvereine sowie die Gastformationen bestritten ein abwechslungsreiches Unterhaltungsprogramm, das die Blasmusik-, Jodler- und Trachtenfreunde hellauf begeisterte.
Bereits haben die Sörenberger Musikantinnen und Musikanten das nächste grosse Ziel vor Augen. Am kommenden Sonntag steht die Teilnahme am Kantonalen Musiktag in Grosswangen an, wo der stolze Fähnrich Franz Wicki für dreissig Jahre aktives Musizieren geehrt wird.


Nachgefragt…
bei Daniel Bieri, Präsident der Musikgesellschaft Sörenberg

EA: Wie ist die Idee für dieses Musik-Treffen entstanden?

Daniel Bieri: Wir wollten die Allgemeinheit ansprechen, etwas Neues anbieten, so wie das bei den Jodlern mit dem Entlebucher Jodlertreffen bereits Tradition ist. Zudem wollten wir möglichst viele Musikantinnen und Musikanten der Region zusammenführen.

Die Bezeichnung «1. Musiktreffen» verspricht versteckt eine Fortsetzung. Ist das der Fall?

Wir möchten gerne, dass diese Idee – im Abstand von zwei bis drei Jahren – weitergeführt wird. Im Moment hat aber noch kein Verein eine Zusage signalisiert.

Hat die Idee beim Publikum die gewünschte Resonanz gefunden?

Ich denke schon. Noch mehr positives Echo aber haben wir von den teilnehmenden Musikgesellschaften erhalten. Es fördere die Zusammengehörigkeit, war zu vernehmen.

Am nächsten Sonntag steht der Kantonale Musiktag an. War dies heute eine Art Hauptprobe?

Das kann durchaus so verstanden werden. Wir wollten niemanden klassieren. Mitmachen zum Wohle der Kameradschaft, das war unser oberstes Ziel.

Das Fest neigt sich dem Ende entgegen. Welche Gefühle kommen da hoch?

Ich bin ganz einfach glücklich, dass das Wetter mitgespielt hat. Ich bin dankbar, dass wir alle wie eine grosse Musikantenfamilie dieses wunderschöne Fest erleben durften.

Interview Heidy Wicki

Teilnehmende des Marschmusik-Wettbewerbs

Brass Band Kirchenmusik Wiggen (Direktion Ueli Wigger), Brass Band Feldmusik Escholzmatt (Pirmin Hodel), Musikgesellschaft Schüpfheim (Roger Meier), Musikgesellschaft Finsterwald (Marcel Renggli), Harmonie-Musik Marbach (Otto Doppmann), Brass Band Kirchenmusik Flühli (Philipp Bach), Musikgesellschaft Flühli (Roger Müller), Brass Band Musikgesellschaft Hasle (Armin Renggli), Musikgesellschaft Doppleschwand (Karl Felder).

 

 

Entlebucher Anzeiger vom 20.05.2003

 


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